Biotophegepreis 2012 für die Kreisjägerschaft Höxter

Auf dem Landesjägertag 2012 wurde die Kreisjägerschaft Höxter mit dem Biotophegepreis 2012 der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte als Anerkennung herausragender Leistungen für die Planung und Durchführung eines Vorhabens zur Bestandssicherung und –förderung von in ihrem Bestand bedrohten Baumarten im Kreis Höxter als Ziel der Agenda 21. Die Ehrenurkunde wurde entgegengenommen von Ulrich Gerhold, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Höxter, und Hans Barth, Obmann für Naturschutz und Biotop-Pflege der Kreisjägerschaft Höxter. Der Biotophegepreis ist mit 2000 Euro dotiert.

biotophegepreis klein

Das Projekt:

Die Elsbeere (Sorbus torminalis CEANTZ) gehört wie die anderen Sorbusarten Speierling und Mehlbeere, sowie die Wildobstarten Wildapfel und Wildbirne zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Als Waldbäume finden Sie im Vergleich zu anderen Laubbaumarten in den Waldbeständen von Deutschland nur geringe Verbreitung. Als nordwestliches Elsbeerenvorkommen auf dem europäischen Kontinent wird die westfälische Pforte angesehen. Nach den Anforderungen der Agenda 21 muss es ein Ziel der naturnahen Waldwirtschaft sein, die Elsbeere sowie die anderen o. g. wärmeliebenden Baumarten in die Schaffung natürlicher Waldränder einzubeziehen und vor allem forstliche Grenzertragsstandorte wie wärmeliebende Hangwälder als Standort für die Elsbeere auszuweisen.

 

Gerade diese Gegebenheiten waren für die örtlichen Jägerschaften im Kreis Höxter Anlass genug, sich im Rahmen einer Pflanzaktion über alle 12 Hegeringe um das Vorkommen von Elsbeere, Wildapfel und Wildbirne sowie von Speierling und Mehlbeere vor Ort zu bemühen. Dabei sahen sie die Zielsetzungen ihres Vorhabens in den Leitlinien der Lokalagenda 21 verwirklicht. Diese fordern eine Zukunftsbeständigkeit, wobei der Umwelt eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird, da nach den Gesetzmäßigkeiten der Nachhaltigkeit der biologischen Vielfalt eine besondere Beachtung zuteil wird.

 

Die Planung und Durchführung des Projekts erfolgte in Absprache mit der unteren Landschaftsbehörde und der biologischen Station des Kreises Höxter. Hierdurch kam es zu einem intensiven Gedankenaustausch zwischen der Kreisjägerschaft, dem Kreis Höxter und der biologischen Station.

 

Die einzelnen Hegeringe haben die Pflanzaktion durchgeführt und werden in Zukunft die notwendigen Pflegemaßnahmen durchführen. Hierdurch ist ein Gemeinschaftsprojekt entstanden, in dem sich alle organisierten Jäger des Kreises Höxter wiederfinden. Auch hat die positive Berichterstattung in der regionalen Presse dazu beigetragen, die Öffentlichkeit über die Förderung bedrohter Baumarten in der Natur des Kreises Höxter durch die Jägerschaft zu informieren.