Kreisjägerschaft Wesel mit Lernort-Natur-Preis 2013 ausgezeichnet

15. Juni 2013, Münster (LJV). Den Lernort-Natur-Preis 2013 der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung Nordrhein-Westfalen erhielt auf dem Landesjägertag 2013 die Kreisjägerschaft Wesel e.V. für das Projekt „Rollende Waldschule der Kreisjägerschaft Wesel“.

 

Karin Leisten, Obfrau für Lernort Natur in der Kreisjägerschaft Wesel, Revierjagdmeister Konrad Niehues, (neben Frau Leisten) zweiter Protagonist für Lernort Natur in der Kreisjägerschaft Wesel, und Alfred Nimphius, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Wesel, nahmen den mit 2000 Euro dotierten Preis in Empfang.

lernort natur preis 2013 kl

Das Projekt:

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Kreisjägerschaft Wesel e. V. engagieren sich seit langem in ihrer Freizeit dafür, den Kindern die Sache mit der Natur, dem Wald und natürlich auch mit der Jagd näher zu bringen.

 

Seit Anfang 2010 finanziert die Kreisjägerschaft Wesel (im Wesentlichen durch Umlagebeiträge der Hegeringe) auf Stundenbasis zusätzlich zwei wald- und jagdpädagogische Profis für ihre Rollende Waldschule, nämlich eine Försterin, zertifizierte Waldpädagogin und ehemalige Jugendwaldheimleiterin sowie einen Revierjagdmeister.

 

Durch diese neue und sehr stabile Organisationsform können zum einen kontinuierlich und weitaus mehr Schulen und Kindergärten, also Kinder erreicht werden. Zum anderen ist die Beteiligung durch ehrenamtliche Helfer aus den Hegeringen nach Zahl und Stundenvolumen spürbar angestiegen, denn diese Helfer identifizieren sich, auch durch den Finanzierungsbeitrag ihrer eigenen Hegeringe, noch stärker mit ihrer Rollenden Waldschule .Derzeit engagieren sich über 45 Jägerinnen und Jäger in der Rollenden Waldschule der Kreisjägerschaft Wesel.

 

Zudem sind sie durch diese Organisationsform in der Lage, sich auf die Vermittlung ihrer jagdlichen und forstlichen Kenntnisse direkt in der Natur, meist im Gebiet ihres eigenen Hegeringes, zu konzentrieren.

 

Der nachhaltigste Erfolg wird mit der Rollenden Waldschule bei mehrtägigen Veranstaltungen an einer Schule erzielt. Geführte Wanderungen durch die Natur mit Untersuchungen von Gewässern, Böden, Beobachtungen von Insekten und Vögeln erschließen den Schülerinnen und Schülern eine Kleinwelt, die sie bisher oft nur zum Spielen oder zur Erholung aufgesucht haben.

 

Nachdem sie am Vortag in ihrem Klassenraum die Theorie kennengelernt haben, werden die Kinder bei den Wanderungen in der Natur auf Spuren und Fährten, Verbiss an Sträuchern und Bodenverwundungen aufmerksam, die auf das Vorhandensein heimischer Wildarten hinweisen.

 

Im Jahr 2011 entstand ein besonderer Arbeitsbereich für Kinder mit Migrationshintergrund und sogar deren Eltern. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund ist im Landkreis Wesel hoch, insbesondere in einigen Stadtteilen der Städte Dinslaken, Voerde, Kamp-Lintfort und Moers. Ursprungsländer sind vor allem die Türkei, aber auch der Libanon und viele osteuropäische Staaten.

 

Für diese Gruppen wurde der Standardeinsatz der Rollenden Waldschule modifiziert:

  • Türkische Namenskarten für die Tierpräparate wurden erstellt.
  • Geeignete Übersetzer aus der Elternschaft oder vereinzelt Erzieherinnen nahmen an den 2-tägigen Veranstaltungen teil.
  • Den Veranstaltungen für die Kinder wurden Informationsveranstaltungen für die oft skeptischen Eltern vorgeschaltet.

 

Besonders bei Erzieherinnen in Brennpunkttagesstätten und Familienzentren stieß dieses Konzept auf gute Resonanz.