Lernort-Natur-Preis 2012 geht nach Bochum

Auf dem Landesjägertag in Düsseldorf am 25. August wurde der Förderkreis „Lernort Natur“ Bochum und Umgebung e.V. für das Projekt „Waldpädagogik contra Ritalin“ mit dem „Lernort-Natur-Preis 2012“ der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW für besondere Verdienste im Bereich „Lernort Natur“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung, die mit 2000 Euro dotiert ist, wurde von Werner Zalisz und Peter Vieres entgegengenommen.

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Das Projekt:

Der Förderkreis „Lernort Natur“ Bochum und Umgebung hat mit der Walderlebnisschule seit 12 Jahren einen festen Standort, an dem verschiedene Aktivitäten zum Thema Umwelt- und Naturerziehung durchgeführt werden.

 

Schulen, Kindergärten, Vereine, die Familienbildungsstätte und andere Gruppen nutzen intensiv die Angebote. Unter den mittlerweile
120 Mitgliedern des Förderkreises sind zertifizierte Landschafts- und Naturführer sowie Waldpädagogen, weitere haben an zahlreichen
Lernort-Natur-Fortbildungen teilgenommen, so dass qualifizierte und engagierte Aktive den Teilnehmern die Natur sachgemäß nahe bringen.

 

Seit 2010 läuft ein sehr aufwändiges Projekt in Zusammenarbeit mit der Cruismannschule, eine Förderschule in Bochum, der Evangelischen Fachhochschule Bochum und der Walderlebnisschule Bochum mit dem Titel „Waldpädagogik contra Ritalin“. Dieses Projekt wird auch von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unterstützt, mit der wir in vielen Bereichen sehr gut zusammenarbeiten.

 

Hierbei geht es darum, durch gezielte waldpädagogische Maßnahmen mit Kindern, die unter dem „Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-syndrom“ (ADHS) leiden, positive Wirkungen zu erzielen und die Einnahme von Ritalin, einem Medikament zur Behandlung spezifischer Symptome von ADHS, möglicherweise zu reduzieren.

 

Im Jahr 2010 führte Peter Vieres, zertifizierter Waldpädagoge und im Vorstand des Förderkreises, eine Vorstudie mit Kindern einer Förderschule durch. Die Ergebnisse der Wahrnehmungs- und Konzentrationstests ermutigten zur Fortführung der Studie.

 

Dies erfolgte im Jahr 2011 mit 3 Schulen unter Einhaltung wissenschaft-licher Standards. Koordiniert wurden die Vorbereitungen von Herrn Vieres, der 7 Studenten der Fachhochschule die notwendigen Voruntersuchungen übertrug. Die waldpädagogische Planung und Umsetzung wurden wieder von Herrn Vieres durchgeführt, mit besonderem Schwerpunkt auf die Sinnesschulung, um eine spezifische Sensibilisierung zu erzielen.

 

Bei der Auswertung der letzten Studie konnte insbesondere wieder ein deutlich verbessertes Sozialverhalten der Probanden im Wald im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden.

 

Die Studien sind insgesamt positiv zu bewerten, was dazu geführt hat, dass die Fachhochschule, die Cruismannschule und die Walderlebnisschule in Bochum ein ADHS-Netzwerk planen, um weiterhin Kindern und Jugendlichen, die unter ADHS leiden, helfen zu können.